Mariendistel: der Leber-Klassiker im Faktencheck
Mariendistel gilt als Klassiker für die Leber. Zwischen Nahrungsergänzung und echtem Arzneimittel gibt es aber einen wichtigen Unterschied.
Teils belegt Kein Leberschutz-Claim als Nahrungsergänzung erlaubt, als Arzneimittel anerkannt, aber die Studien bleiben schwach.
Der einzige formal geprüfte Silymarin-Claim wurde von der EU abgelehnt, Leber-Aussagen sind für Nahrungsergänzung nicht zugelassen. Als standardisierter Arzneimittel-Extrakt gibt es eine anerkannte Anwendung bei Leberschäden. Die klinische Evidenz bleibt aber gemischt: Ein Cochrane-Review fand in hochwertigen Studien keine verlässliche Wirkung, eine große JAMA-Studie 2012 ebenfalls nicht.
Quellen: Cochrane Rambaldi 2007 (2007) · RCT Fried 2012 (JAMA) (2012)
Der Wirkstoff der Mariendistel heißt Silymarin. Er wird traditionell zum Schutz der Leber eingesetzt. Die harte Evidenz ist aber ernüchternd: Ein Cochrane-Review über 13 Studien und eine große Studie im Fachblatt JAMA fanden bei Lebererkrankungen keinen verlässlichen Nutzen. Einzelne Studien zu Leberwerten sehen besser aus, sind aber weniger belastbar.
Nahrungsergänzung ist nicht gleich Arzneimittel
Wichtig: Eine standardisierte Arzneimittel-Zulassung (etwa vom Legalon-Typ) gilt nur für die geprüften Präparate, nicht automatisch für jede Kapsel aus dem Supermarkt. Mariendistel ist gut verträglich, gelegentlich kommt es zu leichten Magen-Darm-Beschwerden oder allergischen Reaktionen bei Korbblütler-Allergie.
Sinnvolle Dosis
In Studien und der Arzneimittel-Zulassung meist 200 bis 400 mg Silymarin pro Tag, aufgeteilt. Höhere Dosen brachten keinen Zusatznutzen.
Unser ehrliches Fazit
Gut verträglich, aber erwarte keinen Leberschutz auf Knopfdruck, die harten Studien liefern den nicht. Bei echten Leberproblemen gehört das in ärztliche Hände, nicht in die Kapsel aus dem Regal.
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